LEADER-Ausstellung im Landtag eröffnet


Im Rahmen einer gemeinsamen Ausstellung präsentierten die 12 LEADER-Regionen in Nordrhein-Westfalen jetzt Projekte und Erfolge im Düsseldorfer Landtag. Eröffnet wurde die Ausstellung von Landtagsvizepräsident Eckhard Uhlenberg und Umweltminister Johannes Remmel, die sich sichtlich beeindruckt zeigten.

leaderimlandtag130619_01Begrüßt wurden die Vertreter der LEADER-Regionen durch Landtagsvizepräsident Eckhard Uhlenberg in der Wandelhalle des Landtags. Er verwies auf die große Bedeutung des ländlichen Raums in Nordrhein Westfalen. Zwei Drittel der Landesfläche ist ländlicher Raum, in dem ein Drittel der Landesbevölkerung lebt. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung verdeutlichte Umweltminister Johannes Remmel, wie wichtig eine nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raumes mit starken grünen Regionen ist und verwies auf die positiven Impulse in den LEADER-Regionen, die in diesem Rahmen präsentiert wurden. Er sprach die vielfältigen Probleme an, mit denen insbesondere der ländliche Raum zu kämpfen hat und lobte die Ansätze in den LEADER-Regionen, sich diesen leaderimlandtag130619_03 Herausforderungen zu stellen. Er machte deutlich, dass es noch genügend Potenzial für weitere LEADER-Regionen in der neuen Förderperiode ab 2014 gäbe: „Im neuen Förderzeitraum ab 2014 können und sollen es mehr Regionen werden. Dies ist mein Ziel – und ich hoffe, dass wir die notwendigen Finanzmittel dafür auch bekommen werden. Diese Ausstellung zeigt, dass das Geld hier gut angelegt ist.“

Im Anschluss an die Einführungsveranstaltung informierten sich der Minister und zahlreiche Abgeordnete über die Arbeit und die verschiedenen Projekte der LEADER-Regionen an den verschiedenen Projektständen. Diese präsentierten ihre Regionen durch Informationsmaterial zu einzelnen Projekten sowie Gesprächsbereitschaft bei Rückfragen. Dazu wurden regionale Spezialitäten serviert. leaderimlandtag130619_04

Die Sprecher der NRW-LEADER-Regionen nutzten den Rahmen der Ausstellung auch dafür, um sechs Thesen zur Optimierung des Förderprogramms LEADER für die kommende Förderperiode ab 2014 zu veröffentlichen. Auf Basis der bisher gemachten Erfahrungen wurden Statements und Wünsche für die Programmgestaltung in den nächsten sieben Jahren formuliert, die zur Verbesserung bei der praktischen Arbeit im LEADER-Kontext dienen sollen. Zu diesen Thesen gehört u.a. eine angemessene Mittelausstattung des LEADER-Schwerpunktes, eine insgesamt größere Zahl von LEADER-Regionen in Nordrhein-Westfalen sowie der Abbau von bürokratischen Hemmnissen. Das Thesenpapier wurde an die anwesenden Landtagsabgeordneten gemeinsam mit einer neuen Infobroschüre über die LEADER-Regionen in NRW verteilt.leaderimlandtag130619_02

regionalFORUM veröffentlicht 6 Thesen zu LEADER 2014+

Das regionalFORUM NRW hat im Juni 2013 6 Thesen mit Vorschlägen zur Weiterentwicklung des LEADER-Ansatzes in Nordrhein-Westfalen veröffentlicht.

BILD - 6 Thesen regionalFORUM NRW 2013-001

Der LEADER-Ansatz hat sich als Instrument einer bürgernahen, integrierten ländlichen Entwicklung außerordentlich bewährt. Die bisherige Umsetzung in Nordrhein-Westfalen ist sehr erfolgreich. Mit keinem anderen Instrument ist es in diesem Maße gelungen, gesellschaftlich getragene Prozesse in den Dörfern, Gemeinden und Städten in den ländlichen Regionen von Nordrhein-Westfalen zu initiieren und diese mit viel ehrenamtlichem Engagement in konkrete Projekte vor Ort umzusetzen. LEADER stärkt dabei die Eigenverantwortung der Menschen vor Ort und festigt die Identifikation mit ihrer Region. Und die zahlreichen innovativen Projekte machen deutlich: Auch in NRW kommt die Zukunft vom Land!

Deshalb sollten bei der Vorbereitung der zukünftigen Förderperiode ab dem Jahr 2014 die Chancen zur Weiterentwicklung des LEADER-Schwerpunktes genutzt werden. Die Regionalmanagerinnen und Regionalmanager arbeiten in den LEADER-Regionen in NRW mit den Menschen an der Basis und sehen auf Grundlage ihrer Praxiserfahrung insbesondere folgende Unterstützungsmöglichkeiten der Landespolitik:

  • Zulassung privater Mittel zur Ko-Finanzierung des LEADER-Förderanteils:

Dadurch werden Kommunen entlastet und bürgerschaftliches Engagement stärker unterstützt.

  • Angemessene Mittelausstattung des LEADER-Schwerpunktes:

Neben der Landwirtschaft tragen viele andere Akteure aus weiteren Sektoren zur nachhaltigen ländlichen Entwicklung bei. Dies muss sich in der finanziellen Ausstattung der LEADER-Regionen und den Fördersätzen widerspiegeln.

  • Abbau bürokratischer Hemmnisse:

Ein hoher Verwaltungsaufwand auch für kleine Projekte hemmt die Beteiligung von bürgerschaftlichen Initiativen. Alle Möglichkeiten zur Reduzierung dieser Hürden müssen ausgeschöpft werden. So dürfen die ohnehin hohen Anforderungen der Europäischen Union an die Projektabwicklung nicht durch zusätzliche Auflagen auf Landesebene verschärft werden.

  • Größere Zahl von LEADER-Regionen in Nordrhein-Westfalen:

Die breitere Verankerung des integrierten Entwicklungsansatzes durch Modellregionen erhöht den Kompetenzgewinn und die Impulswirkung für den gesamten ländlichen Raum.

  • Regionale Entwicklungsstrategien auf Grundlage der eigenen Potenziale:

Der bewährte LEADER-Ansatz basiert auf dem durch die Regionen selbst definierten Entwicklungsbedarf und der Aktivierung der eigenen Potenziale. Die Handlungsmöglichkeiten der Regionen dürfen nicht durch inhaltliche Vorgaben des Förderprogramms eingeschränkt werden, welche nicht auf den ländlichen Raum zugeschnitten sind.

  • Einrichtung einer Servicestelle für die ländlichen Räume:

Durch Lobbyarbeit, Vernetzung, Beratung und Qualifizierung werden die ländlichen Regionen als Entwicklungsschwerpunkte in Nordrhein-Westfalen gestärkt.


 

Das Land Nordrhein-Westfalen profitiert erheblich von den ländlichen Räumen. Daher sollte LEADER weiter ausgebaut werden. Starke ländliche Räume leisten so einen noch besseren Beitrag für ein starkes Nordrhein-Westfalen!

Der Flyer mit den 6 Thesen kann hier heruntergeladen werden.